Maxime Alexandre Beck
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Modular Green Structures

Ein modulares System aus gekantetem Stahlblech – als Zaun, Pflanzbeet oder Baumquartier für die Stadt.

Animation: vom einzelnen Modul zur Reihe und zum Baumquartier.

Ein Industriedesign-Projekt in Kooperation mit Ruukki, einem Hersteller von Dach- und Fassadensystemen aus Stahl. Die Aufgabe: ein Produkt, das das Werk in Pärnu in der Nebensaison der Dachproduktion fertigen kann. Entstanden ist ein modulares System aus gefalteten Blechelementen, das sich flexibel verbinden lässt – als Zaun, als Pflanzstruktur oder im Quadrat als Baumquartier.

Kontext
Kooperationsprojekt mit Ruukki, Estnische Kunstakademie Tallinn (Erasmus+)
Rolle
Einzelarbeit – Recherche, Konzept, Produktdesign, 3D-Visualisierung
Werkzeuge
Blender
Jahr
2025
Betreuung
Björn Koop, Martin Pärn

Leitfrage

„Welches Produkt kann Ruukki in der Nebensaison der Dachproduktion herstellen – passend zu Material, Maschinen, Klima und den Bedürfnissen der Menschen?“

Vorgehen

Die Case Studies sind nach dem Double Diamond gegliedert: erst das Problem verstehen und schärfen, dann Lösungen entwickeln und umsetzen.

DISCOVERDEFINEDEVELOPDELIVER
  1. Discover

    Verstehen

    • Briefing des Industriepartners
    • Unternehmenspräsentation und Werksbesuch in Pärnu
    • Analyse der Fertigungstechnik
    • Recherche: Versiegelung, Hitze in Städten

    Ein Produkt aus gekantetem Blech, das zur Nebensaison passt.

  2. Define

    Definieren

    • Rahmenbedingungen: Material, Maschinen, Klima −30 bis +35 °C
    • Fokus: öffentlicher Stadtraum

    Ein modulares System statt eines Einzelprodukts.

  3. Develop

    Entwickeln

    • Faltstudien auf Papier
    • Abwicklungen aus dem 3D-Modell
    • Modulvarianten in Blender

    Ein Grundmodul, das sich zu Zaun, Beet und Baumquartier kombinieren lässt.

  4. Deliver

    Umsetzen

    • 3D-Modell und Renderings
    • Animation
    • Präsentation vor Ruukki an der EKA

    Ein Produktsystem, präsentiert als 3D-Prototyp.

Discover

Verstehen

Briefing

Ein Werk, das im Winter stillsteht.

Ruukki stellt im Werk in Pärnu Dachsysteme aus Stahlblech her. In den Wintermonaten werden kaum Dächer bestellt, und auf Lager zu produzieren lohnt sich nicht. Die Aufgabe des Kurses: Produkte entwickeln, die das Werk in dieser Nebensaison mit seinen vorhandenen Materialien und Maschinen fertigen kann.

Ausgangspunkt war ein Besuch bei Ruukki in Pärnu: eine Vorstellung des Unternehmens und eine Besichtigung der Fertigungshallen, um Fertigungstechnik, Materialien und ihre Grenzen kennenzulernen.

Problemfeld

Versiegelte Städte, zu wenig Grün.

Zunehmende Flächenversiegelung, steigende Temperaturen in Städten und fehlende Grünflächen sind zentrale ökologische Probleme urbaner Räume. Daraus entstand der Ansatz, ein Produkt für den öffentlichen Raum zu gestalten, das mehrere dieser Probleme zugleich adressiert: Räume gliedern, begrünen, Biodiversität fördern und das Mikroklima verbessern.

Define

Definieren

Rahmenbedingungen

Was das Produkt erfüllen muss.

  1. Fertigbar im Werk

    Aus dem Stahlblech und mit den Kantmaschinen der Dachproduktion herstellbar.

  2. Klimafest

    Für Temperaturen von −30 bis +35 °C ausgelegt.

  3. Passend zur Marke

    Im Einklang mit der Identität von Ruukki als Hersteller von Stahlprodukten.

  4. Vielseitig statt einmalig

    Ein System, das sich an unterschiedliche städtische Situationen anpassen lässt.

Develop

Entwickeln

Formfindung

Die Form kommt aus der Kantung.

Der Kurs begann mit Faltübungen auf Papier, um zu verstehen, welche Strukturen sich aus gekantetem Blech ergeben. Daraus entstand ein Grundmodul, dessen Form direkt aus der Biegung des Materials folgt – und damit zu den Maschinen des Werks passt.

In Blender wurden Varianten des Moduls entwickelt und durchgespielt, wie sich einzelne Elemente verbinden lassen.

Vom Schnittmuster zum Modul: Die Abwicklung wurde aus dem 3D-Modell in Blender erzeugt, um die Faltung im Papiermodell zu prüfen, bevor sie in Blech gedacht wird.

Systemlogik

Ein Modul, drei Anwendungen.

  1. Zaun

    In Reihe gestellt gliedern die Module Flächen und trennen Räume.

  2. Pflanzstruktur

    Die Module nehmen Pflanzen auf und begrünen den Straßenraum.

  3. Baumquartier

    Im Quadrat angeordnet entsteht ein Innenraum, in dem sogar ein Baum Platz findet.

In Reihe gestellt wird das Modul zum Zaun.

Deliver

Umsetzen

Ergebnis

Ein System für den Stadtraum.

Das Ergebnis ist ein modulares Produktsystem, das Ruukki mit seiner bestehenden Fertigung herstellen könnte. Durch die integrierten Pflanzen soll es Regenwasser zurückhalten, Hitze in der Stadt mindern und Biodiversität fördern – besonders als Baumquartier in dicht bebauten Straßen.

Zum Abschluss kam Ruukki an die Kunstakademie: Der Kurs stellte seine Ergebnisse vor, ich mein System – mit Skizzen, 3D-Modell und den Designentscheidungen dahinter.

Baumquartier: Vier Module im Quadrat schaffen Platz für einen Baum mitten im versiegelten Stadtraum.
Als Pflanzstruktur: einzeln oder in Reihe.

Reflect

Reflexion

Einordnung

Was offen bleibt.

Das System ist als 3D-Prototyp ausgearbeitet. Für eine Fertigung wären als Nächstes ein physisches Muster aus Blech, die Prüfung von Statik, Entwässerung und Korrosionsschutz sowie die Abstimmung der Modulmaße mit den Maschinen im Werk nötig.